Nach einer unfassbar langen Pause kommen wir endlich weiter mit unserer Besprechung von Kriegerprinzessin Xena. Und welche Folge könnte da geeigneter sein, als eine locker-flockige Unterhaltungsfolge wie Wir präsentieren … Miss Amphipolis? Wobei, so flauschig wie sie klingt ist die Folge nicht, denn die beiden Frauen, die an Regie und Drehbuch saßen, haben dafür gesorgt, dass mehr drinsteckt: Selbstbestimmung, Trans Awareness, Aids Aufklärung. Und das in einer Folge, wo es um den ersten Schönheitswettbewerb der bekannten Welt geht. Gut, dass Sascha und Mary sich Verstärkung geholt haben. Denn nach zwei Jahren Pause kann es nicht schaden, König Gregor am Mikro zu haben.

Gregor: „Ich möchte übrigens darauf hinweisen, dass Hercules und Xena in den 90ern teilweise bessere Quoten hatten als Baywatch.“
Die Verstärkung ist auch bitter nötig. Denn der Aufbau der Folge ist gerade am Anfang nicht ganz übersichtlich. Zum Beispiel wissen selbst die Schönheiten am Strand, die von zwei Schurken gejagt weerden, offensichtlich nicht, dass sie in Gefahr sind. Gut, dass Xena sie trotzdem rettet. Aber die Verwirrung wirkt sich auch auf das Podcast-Team aus.
Gregor: „Hast du diese Folge überhaupt gesehen?“
Sascha: „Ja, aber nicht verstanden, offensichtlich.“
Um einen Krieg zu verhindern hat Salmoneus (der in dieser Folge das letzte Mal bei Xena zu sehen ist), einen Schönheitswettbewerb ausgerichtet. Dummerweise kam es schon mehrfach zu Unfällen und drei beteiligte Kriegsherren drohen damit, wieder den Klappstuhl, pardon, das Kriegsbeil auszugraben, wenn noch was passiert. Also muss Xena undercover ermitteln. Als Miss Amphipolis. An ihrer Seite Gabrielle als Marquesa, ihre Mäzenin, die den Männern hinter den Models was über Teamwork und Gleichberechtigung einflüstert. Und das alles in einer optisch herausragenden Kulisse mit Hula-Hoop-Tänzerinnen.

Mary: „Petrol ist eine geile Farbe.“
Sascha: „Die 90er haben angerufen und wollen ihre Farbe zurück, Mary.“
Gregor: „Eigentlich fehlte noch eine Lava-Lampe.“
Xena stellt schnell fest, dass die Frauen noch an den Traumata des letzten Krieges leiden. Und das unter ihnen eine Transfrau ist, die beweisen will, dass sie ebenso gut ist wie eine geborene Frau. In den 90ern. Bei der Schauspielerin handelt es sich um Karen Dior, Transperson, Dragqueen, Aids-Aktivistin, Mit dieser Besetzung setzt Xena ein starkes Statement für Awareness und Aufklärung. Davon ist das Pocast-Team so abgelenkt, dass es die vollkommen übertriebenen Fallen wie den Harfen-Pfeil oder das am Boden gesägte Loch, das zum fallenden Steinblock wird, komplett verzeihen kann.
Mary: „Lieber eine total ausgetüftelte Falle als was, das funktioniert.“

Zwischen den Unfällen gibt es liebevolle Beiträge der Kandidatinnen der Schönheitskonkurrenz, die stark an dörfliche Misswahlen erinnern. Oder berühmte TV-Shows mit Fotos. Aber der wahre Star ist Salmoneus mit seinen knalligen Outfits und einer umwerfenden gesangseinlage.
Sascha: „Ich liebe das Outfit von Salmoneus.“
Gregor: „Musst du aber auch die Beine für haben.“
Sascha: „Dir würde das stehen, Gregor.“
Schade, dass die Schönheiten seinen Einsatz nicht zu würdigen wissen. Dabei gibt er wirklich alles. Nicht nur, um Spendengelder Mäzene abzustauben. Dafür weiß Xena, Kandidatinnen zu retten und entdeckt nebenher, wer der Schurke ist. Nicht ohne dabei auf der Bühne eine gute Figur zu machen, trotz Gummischlange um den Hals und Riesenmuschel im Rücken, was bei allen Podcaster*innen unterschiedliche Assoziationen weckt.
Sascha: „Wie Botticellis Venus.“
Mary: „Ich habe an Arielle gedacht.“
Gregor: „Und ich an Salma Hayek in From Dusk till Dawn.“
Nachts folgt dann die Bloßstellung des Schurkens: Derjenige, der den meisten Gewinn an einem Krieg machen würde. Was fehlt, ist das große Finale, das leider ohne Miss Amphipolis auskommen muss. Auch die meisten anderen Kandidatinnen treten aus wichtigen Gründen zurück, so dass Miss Artifice, eine Transfrau, die erste Misswahl der bekannten Welt gewinnt. Um dem Tiefgang das Chakram aufzusetzen küsst sie dann auch noch Xena. Was umso beeindruckender ist, wenn man weiß, dass Schauspielerin Karen Dior HIV positiv war und Lucy Lawless auf diesen Kuss bestanden hat, um zu zeigen, dass Aids durch Berührungen nicht übertragbar ist. 1997, als die Aufklärung über Aids noch nicht so weit war, wie man denken könnte.

Gregor: „Da steckt viel mehr drin, als man denkt. WIe bei Transformers.“

Die Folge lässt alle Beteiligten ziemlich sprachlos zurück, da sie die Balance zwischen Komik, Ernst und wichtigen Statements schafft und dabei durchgehend unterhält. Vielleicht eine der Folgen, die auch Nicht-Xena-Fans schauen sollten und die gut veranschaulicht, warum diese Serie so großartig ist.
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Sascha und König Gregor könnt ihr auch im Hotel Hyperion besuchen, wenn sie über Angel philosophieren.
Unseren privaten König Gregor könnt ihr auch über Dinge von Interesse reden hören
Hört die alte Crew vom Grauen Rat in Vorzeitig abgesetzt. Inklusive Gregor, Mary und Sascha.
Während dieser Podcast-Aufnahme wurden keine Moderatoren gequält..


























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