Diebe der verlorenen Superwaffe

Auch diese Folge wieder etwas verspätet, weil die Podcastprinzessin das Infekt-Bingo in dieser Saison WIRKLICH komplettieren möchte. Aber sorgt euch nicht, es sieht gut aus. Besonders in unserer aktuellen Folge und das liegt auch an Gaststar Bruce Campbell! Und wenn Xena sich einen Gaststar einlädt, können wir das auch und haben uns König Gregor eingeladen, um mit uns die Episode “The Royal Couples of Thieves” (zu Deutsch: Königliche Diebe) zu besprechen. Hier gibt der gute Freund der Raimis sein Xena-Debüt als Autolycus der Meisterdieb. Zuvor war er in dieser Rolle schon bei Hercules zu sehen, was wir aus #gründen

“Du nimmst den Waschtag vielleicht etwas wörtlich, liebe Xena!”

noch nicht selbst gesehen haben. Und auch nicht werden. Während der leichtfüßige Autolycus an Hercules Seite die männliche Xena mimt, ist er hier der hinreißende Schurke, der zu ein paar Slapstick-Einlagen genötigt wird, schließlich darf er nicht cooler sein, als die Titelheldin. Was auch gar nicht gehen würde. Selbst wenn sie ihn nicht zur Begrüßung in einem Wasserfass taufen würde.  Autolycus lehnt die Anfrage, Xena dabei zu helfen, die Waffe, die ein paar Freunden gestohlen wurde, zurückzustehelen, dankend ab und gibt Fersengeld. Zum Glück war Waschtag im braunen Dorf, so dass Xena ihn dank Balanceakt auf einer Wäscheleine und einem zum trocknen ausgelegten Teppich überreden kann, doch mitzumachen.

Sascha: “Apropos Waschtag. Was war mit Xenas Haaren los?”
Mary: “Danke, dass du es ansprichst, sie sieht aus, als hätte sie die falsche Perücke aufgesetzt.”

Da Autolycus eigentlich doch ein ganz guter Kerl ist, beschließt er den netten Menschen mit ihrem Karren zu helfen. Dazu müssen er und Xena an einer Auktion unter Schurken teilnehmen, um dem Dieb vor der Versteigerung die Waffe unter den Fingern wegzumopsen. Autolycus schlüpft dazu in die Rolle des zwielichtigen Assassinen Lord Sinteres und zusammen mit Xena geht er mit anderen Teilnehmern an der Auktion an Bord eines schnuckeligen Schiffes, für dessen Einsatz sich die Requisiteure mal so richtig ins Zeug gelegt haben. Aber auch die Augenringe der anwesenden Fieslinge sehen nach viel Arbeit aus.

Es ist so schwer, gutes Personal zu finden.

Gregor: “Wahrscheinlich konnten die alle nicht schlafen, weil sie wussten: Sie werden bald Bruce Campbell kennen lernen.”
Mary: “Man kann mit Schminke viel machen. In die eine und in die andere Richtung.”

Nachdem Autolycus und Xena sich erst einmal gegenüber den Ganoven profiliert haben, kommen alle auf der Insel des Auktionators an. Und wir sind ehrlich: Held:innen, die sich in eine schurkische Superwaffenauktion schmuggeln müssen, das klingt nach einem tollen Heist-Movie. Oder James Bond. Das Objekt der Begierde ist übrigens eine unscheinbare Truhe, die von Spinnenhaaren und Glocken geschützt wird. Obwohl Glocken in der Antike noch gar nicht gegossen wurden. Sascha erhält heute auf jeden fall Fleißkärtchen für sein tiefgehendes Hintergrundwissen.
Aber weil bis zur echten Auktion und zum Diebstahl noch Zeit ist, werden erst einmal tiefsinnige, aus dem nichts kommende Gespräche initiiert, mit denen Xena Autolycus überrumpelt.

Mary: “Ihr kennt das vielleicht, wenn ihr ein Gespräch mit einer Frau anfangt und plötzlich ist die ganz woanders.”
Sascha: “Ja, meistens in einem ander’n Raum.”

“Hätte ich nicht einfach in der Gaststätte bleiben können, wo Xena mich abgestellt hat? Da hat der Service gestimmt!”

Und dann kommt es, wie es kommen muss: als man die Truhe stehlen will, ist die schon gestohlen und der Auktionator tot. Also gibt es Lockdown für die Schurkenburg, bis die Waffe wieder auftaucht. Zum Glück gibt es keine Schränke und die Suche geht schnell von statten. Sie steht nämlich einfach auf Xenas Bett (Autolycus schläft als Gentleman natürlich auf dem Boden), was die beiden in ihrer Diskussion gar nicht bemerken. Um nicht erwischt zu werden und weil es gerade keinen Weg von der Insel gibt, führen die beiden einen Rückwärts-Heist aus und stellen die Truhe wieder dahin, wo sie vorher war. Auch wenn Xena dafür große Opfer bringen muss. Aber all das nützt gar nichts, als am nächsten Morgen der echte Sinteres auftaucht und Gabby im Gepäck hat. Ihr habt euch gefragt, wo sie die ganze Zeit war? Mal wieder abgestellt. Und auch jetzt ist ihre Anwesenheit nicht wirklich vonnöten, aber immerhin zahlt man Renee O’Connor Gage, dann soll die sich für ihr Geld auch ein paar Mal (!) unnötigerweise von Sinteres schnappen lassen.
Dessen vielgerühmte Kampfmoves erinnern übrigens nicht so sehr an fernöstliche Actionfilme mit Jackie Chan erinnern, sondern eher an nordische Blödelbarden.

Gregor: “Das sieht aus wie Otto, was er da macht.”
Sascha: “Otto als Catweazle!”

Zum großen Showdown und der Waffenpräsentation trifft sich dann alles, was Rang und Vorstrafenregister hat in einer uns wohlbekannten Höhle, die immer dann ihren Auftritt hat, wenn gerade eine Höhle benötigt wird. Und weil das Studio wenig Geld hat, wird die vermutlich auch für andere Produktionen weitervermietet.

Gregor: “In der Höhle haben sie ein paar Jahre später den cardassianischen Widerstand erschossen.”

Xena, Autolycus und Gabrielle schlagen alles nieder, bis nur noch Arkel-Urkel auf den Beinen ist, der triumphierend die Superwaffe einsetzen will und dafür den Deckel von der Truhe hebt. Dummerweise hat er im Gegensatz zu Xena nicht die Gebrauchsanweisung gelesen und guckt schnell weg, als ein blendend helles Licht erscheint. So überleben Xena, Autolycus und Gabrielle und Arkel-Urkel endet als Häufchen Asche am Boden und … moment mal, haben wir das nicht irgendwo schon mal so ähnlich gesehen?

“Vielleicht ist der Lichtschalter für die Waffe unter diesen Steintafeln?”

Sascha: “Spätestens da waren die Parallelen nicht mehr zu übersehen und es fiel mir wie Schuppen aus den Haaren.”

Richtig, bei der Truhe handelt es sich um die Bundeslade, was spätestens dann bestätigt wird, als unsere Held:innen sich die zwei Steintafeln im Inneren näher angucken. Und die Szene zuvor ist fast eine 1:1-Umsetzung des Finales von Indianer Jones: Jäger des verlorenen Schatzes. Nur endet die Truhe dieses mal nicht in einem Lagerhaus, sondern wieder bei den freundlichen Wanderer vom Anfang der Folge. Denn wo wäre eine solch zerstörerische Waffe wohl am besten aufgehoben? Jetzt wissen wir auch endlich, warum Moses 40 Jahre für eine Wegstrecke gebraucht hat, die man zu Fuß sonst in drei Wochen zurücklegen könnte. Entweder hat er sich gründlich verfranst oder wollte vorher mal einen Abstecher nach Neuseegriechenland machen.
Abschließend können wir sagen, dass “Königliche Diebe” eine rundum gelungene Folge ist, die einfach Spaß macht,

Mary: “Die paar Plotholes kann man jetzt ignorieren.”
Sascha: “Weil die Charaktere stimmen … Chibnail!”

Nur ein paar Fragen bleiben zurück, von denen wir hoffen, dass sie irgendwann geklärt werden. Da müssen wir wohl oder übel weiter gucken. Und DU auch!

Mary: “Später, wenn sie Jesus trifft, wird das auch nicht mehr aufgegriffen.”
Sascha: “Ist das bevor oder nachdem sie Cäsar trifft?”
Mary: “Da kommen wir wieder zu Xenas Biographie. Die macht mir Kopfschmerzen.”

Regisseur dieser Folge war John Cameron, nicht James Cameron. Der hat zwar nicht Titanic gedreht, dafür aber Fargo und er war Co-Produzent für “The Big Lebowski”. Also viel besser als James’ Biographie!
Seht euch das große Vorbild für Autolycus an: Errol Flynns Robin Hood.
Die jüngeren fragen sich vielleicht, wer Otto ist: Hier ist ein guter Start für die Recherche.
Für alle, die jetzt wie wir Bruce Campbell anschmachten, haben wir dieses Interview aus dem Jahr 1999 ausgegraben.
Unseren privaten König Gregor könnt ihr auch über Dinge von Interesse reden hören.

Während der Aufnahme dieses Podcastes wurde das geregelte Rederecht von niemandem beschnitten. 

avatar
Mary
avatar
Sascha

No Comments

Post a Comment

*